Parodontitisbehandung 2017-04-02T15:42:46+00:00

Parodontitisbehandung

Die Parodontitis (im Volksmund „Parodontose“ genannt) ist im Erwachsenenalter die Hauptursache für Zahnverlust! Mehr als 80% der über 35-jährigen leiden in Deutschland unter dieser Volkskrankheit.

Was bedeutet Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine chronische (dauerhafte) Erkrankung, die den Zahnhalteapparat (Parodont) langsam zerstört, so dass die Zähne sich lockern und schlussendlich gezogen werden müssen – wenn keinen geeignete Behandlung erfolgt.
Diese Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben, in denen sich das Parodont sehr schnell zerstört – im Wechsel mit Ruhephasen. Parodontitis ist grundsätzlich eine multifaktoriell bedingte Erkrankung, d.h. es gibt üblicherweise viele Ursachen, die mehr oder weniger stark ausgeprägt, ein zusammenhängendes Krankheitsbild ergeben.  Hauptursache sind aber immer bakterielle Ablagerungen (Plaque, Zahnstein und Konkremente), die sich am Übergang zum Zahnfleisch und darunter ausgebreitet haben und so eine ständige Entzündung der Gingiva hervorrufen. Das Resultat sind sog Zahnfleischtaschen bzw Taschentiefen.

Andere Faktoren, die den Krankheitsverlauf verschlechtern, ist z.B. Rauchen (verschlechtert die Prognose ca. 6-fach), diverse systemische Erkrankungen, wie Diabetes (3-fach höheres Risiko an Parodontitis zu erkranken), Osteoporose, sowie Erkrankungen mit reduzierter Immunabwehrlage.

Auch gilt es heute als wissenschaftlich erwiesen, dass die unbehandelte Parodontitis andere Krankheitsbilder äußerst negativ beeinflusst. Besondere Vorsicht ist bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Atemwegs- und Gelenkserkrankungen geboten.
Nicht nur die Menge der Bakterien spielt eine Rolle im Krankheitsverlauf, sondern auch die Art der Bakterien: es gibt Bakterienstämme, die einen deutlich aggressiveren Krankheitsverlauf auslösen können. Diese kann man durch einen einfachen Abstrich testen und ggf. eine begleitende antibiotische Therapie einleiten.

INFO

Diese Krankheit verläuft oftmals lange unbemerkt, da bis ins Spätstadium keine Schmerzen auftreten. Erste Anzeichen können sein: Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang, Zahnlockerung, Zahnwanderung und Mundgeruch.

Wie wird Parodontitis behandelt?

Grundlage für ein erfolgreiches, dauerhaftes Therapieergebnis ist die konsequente, penible häusliche Mundhygiene und die regelmäßige professionelle Zahnreinigung. In der Praxis Dr. Hirsch wird regelmäßig im Zuge der Vorsorgeuntersuchung ein sog. periodontal screening Index (PSI) erhoben. Er gibt uns eine erste Einschätzung, ob eine Parodontitis vorliegt. Ist eine Parodontitis diagnostiziert worden, erheben wir einen Parodontal-Status, bei dem sämtliche Zahnfleischtaschen ausgemessen werden.

INFO

Die Parodontitisbehandlung zielt vornehmlich darauf ab, die Bakterien im Mund generell und am Zahnfleisch speziell zu reduzieren und dauerhaft so niedrig wie möglich zu halten. Falls eine fortgeschrittene Parodontitis vorliegt, ist ein Mikrobiologischer Keimtest sinnvoll, um eine begleitende antibiotische Therapie einleiten zu können.

Da nur ein durchdachtes Behandlungskonzept eine dauerhaft stabiles Ergebnis liefern kann, durchlaufen unsere Patienten erst die Initialtherapie, welche eine intensivere Zahnreinigung mit Mundhygiene-Schulung, Ernährungsberatung darstellt. Falls notwendig werden in dieser Phase auch mangelhafte Füllungen und Restaurationen erneuert, sowie Karies entfernt. Systemische Erkrankungen, wie Diabetes sollten parallel durch den Hausarzt, überprüft und ggf. medikamentös eingestellt werden. Raucher bitten wir, das Rauchen einzustellen.

Im Anschluss erfolgt unter leichter Anästhesie die Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen und freiliegenden Wurzeloberflächen (Scaling und Rootplaning).
Etwa 6 Wochen dauert es, bis die (tiefe) Heilung des Zahnhalteapparats abgeschlossen ist. Es folgt die Reevaluation. Die Kontrolle des Behandlungserfolgs ist maßgeblich davon abhängig, wie gut Sie Ihre Zähne zu Hause pflegen. Wir binden unsere Patienten in ein viertel-jährliches Recall-System ein, um ein dauerhaft stabiles Ergebnis zu sichern, und etwaige wiederkehrende Parodontitis-Schübe schnell erkennen zu können.